The aroma of triumph

 

Predigt-Text: 2.Kor 2.12-16:

 

12 Als ich aber nach Troas kam, zu predigen das Evangelium Christi, und mir eine Tür aufgetan war in dem Herrn,
13 da hatte ich keine Ruhe in meinem Geist, weil ich Titus, meinen Bruder, nicht fand; sondern ich nahm Abschied von ihnen und fuhr nach Mazedonien.
14 Gott aber sei gedankt, der uns allezeit im Triumphzug umherführt und den Wohlgeruch seiner Erkenntnis durch uns an allen Orten offenbart!
15 Denn wir sind ein Wohlgeruch Christi für Gott bei denen, die gerettet werden, und unter denen, die verloren gehen:
16 den einen ein Geruch des Todes zum Tode – den andern aber ein Geruch des Lebens zum Leben. – Wer aber ist dazu tüchtig?

 

Paulus hat mit seinem Glauben und seinem Evangelium nicht wenige Schwierigkeiten. Aber er weiß, wer er ist, was er ist und in wessen Hand sein Schicksal liegt. Dafür ehrt er Gott.

 

Wenn siegreiche römische Feldherrn zurückkehrten, wurde ihnen vom Senat oder vom Caesar manchmal ein Triumphzug genehmigt (bei einem bellum iustum und mindestens 5000 Getöteten).

Die Straßen waren mit duftenden Blumen und Blüten bestreut. Der Feldherr fuhr auf einem Streitwagen, seine Offiziere ritten hinter ihm. Dann kamen die Truppen – und als spezielle Attraktion ausgewählte starke Gefangene. Diese Besiegten wurden vom Sieger zum eigenen und zum Ruhm Roms präsentiert. – Die Römer jubelten! Die Menschen aus anderen Völkern sahen mit bedrückter Seele zu!

 

Für Römer war dieser Triumphzug nicht nur wegen den duftenden Blüten auf der Straße ein Wohlgeruch – er zeigte nämlich, dass Leben wie Zukunft sicher waren.

Für alle Feinde Roms war es ein Geruch des Todes. Wer gegen Rom stand – stand nicht lange, sondern verlor Leben, Freiheit und Gut. Das wurde durch diesen Triumphzug demonstriert.

Paulus vergleicht so einen Triumphzug mit dem, was der Herr mit ihm und seinen Kameraden veranstaltet. Und er dankt Gott dafür.

 

Es ist umstritten, wo Paulus und wir in diesem Zug sind. – Offiziere & Mitarbeiter des Feldherrn – dafür spricht sich Calvin aus, obwohl er zugibt, dass die Form des griechischen Ausdrucks eher die Gefangenen als die Mitarbeiter beschreibt.
Die dramatische Bekehrung des Paulus als Feind Jesu und der Zwang (1.Kor 9.16), der auf ihm liegt das Evangelium zu verkünden unterstützen eher die Rolle des Gefangenen beim Triumphzug.
Es ist eigentlich egal, ob er als Gefangener oder als Mitarbeiter dabei ist, denn die Ehre gehört dem Herrn und die Wirkung ist dieselbe. Ist er als Mitkämpfer dabei – ist er per Befehl dabei. Ist er als Gefangener dabei – ist er auch per Befehl dabei und es ist das beste, was ihm in seinem Leben passieren kann.
Denn wenn Gott einen Menschen zu sich bekehrt, erfolgt das mit dem Einverständnis des Menschen.
Egal ob Gefangener oder Tribun – beide ehren mit ihrem Auftritt den Herrn und verbreiten denselben Geschmack: Leben und Tod.

 

Es ist Gottes Triumphzug. Er zeigt an denen, die dabei sind, seine Taten – sein Evangelium – die Frucht, die er gewonnen hat durch Jesu Leben, Tod und Auferstehung.

 

An diesem Triumphzug des Herrn sind nicht nur Titus und Paulus und die anderen Mitarbeiter beteiligt, sondern auch alle anderen aus Schuld und falschen Wegen Befreiten. Man ist in diesen Triumphzug hineingekommen durch die Verkündigung des Evangeliums und den Glauben an das Evangelium.

Dieser Triumphzug findet in Krimpen an den Ijssel und auch viel kleiner in Rankweil statt.

 

Man sieht ihn – den Triumphzug des Herrn!

 

Jeden Sonntag marschiert die Legion in eine Richtung Gottesdienst. Sie gehen – gebunden in Gewissen und Wissen, dass der Gottesdienst eine Ehre ist, die sie Gott schulden und dass Gott sie ehrt, indem er sie durch sein Wort aufbaut.

Wir werden bei allem, was wir tun, beobachtet und identifiziert.

 

Man sieht ihn – den Triumphzug des Herrn!

 

Beim Einzelnen! Wenn die Sünde ihn nicht dauernd als Gefangenen vor sich her treibt und kaputt macht. Das sehen die Arbeitskollegen, das sehen die Schulkameraden. Das sehen sie nicht sofort. Aber nach und nach. Wenn wir nicht bei jedem Blödsinn mitmachen. Wenn wir nicht ihre Süchte teilen. Wenn wir eine saubere Linie haben.

Wir werden bei allem, was wir tun, beobachtet und identifiziert.

 

Hannibal, der große Karthager, stand 211 v. Chr. mit seinen Truppen vor Rom. Er hatte sämtliche römischen Legionen geschlagen und durch seine Genialität alle in Angst und Schrecken versetzt. Er war absolut nicht milde – römische Soldaten hatten seine Frau vergewaltigt und gekreuzigt. – Da sandte Rom ihm einen Boten, um zu verhandeln. Der kommt ruhig daher und teilt Hannibal seine Botschaft mit. Hannibal ist erstaunt, denn er hat beim letzten Sieg allen römischen Gefangenen zur Abschreckung die rechte Hand abschlagen lassen. Da fragt Hannibal den Römer: „Du weißt, was dich erwartet, wenn du zu mir kommst, warum tust du es?" – Da antwortet ihm der Bote: „Civitas Romanum sum – Ich bin ein Bürger Roms".

 

Römischer Bürger – das war seine Identität. Dafür stand sein Leben. Das war seine Kraft. Es war der Geschmack Roms, den er verbreitete.

Hannibal war beeindruckt und sandte ihn mit einer Ehrengarde zurück. Er wusste vielleicht ab da, dass er Rom bei dieser inneren Stärke nicht erobern konnte. Er zog ab und hinterließ der Nachwelt die Frage warum, er das tat. – Rom stieg auf. Karthago ging unter, trotz dem Genie Hannibal.

 

V 15 – Wir sind ein Wohlgeruch Christi für Gott unter denen, die errettet werden

Wohlgeruch! Führt uns der Herr Jesus in seinem Triumphzug durch die Stadt, kann Gott uns gut riechen. Das ist das erste und wichtigste. Wenn der Herr Jesus uns nicht die Schuld genommen und mit seiner Gerechtigkeit überkleidet hat – wenn er uns nicht seinen Geschmack verliehen hat, kann Gott uns absolut nicht riechen. „Nicht riechen" heißt in Deutsch „ich mag dich nicht – bleib weg von mir".

 

Der Herr Jesus hat uns nicht nur für Gott riechbar gemacht – sondern einen guten Geschmack für die Menschen um uns verliehen.

Wer mit uns lebt, ist durch unseren Glauben – wenn er ihn sieht – ermutigt, selbst im Glauben zu leben. Wir bauen ihn so auf, wenn er down ist. Wir ermutigen ihn, wenn er resignieren will. Wir sichern ihn, wenn er Zweifel hat. Wir sind ihm Vorbild und ein guter Geschmack. Das tut gut, das ist wichtig. Er sieht und erlebt die Zeugen des Herrn, die auf der Siegerstraße sind.

 

Rom gab seinem Boten den imponierenden guten Geschmack und die innere Stärke. Für Hannibal war es ein erschreckender tödlicher Geruch, denn er war Feind Roms. – Nicht weniger Identität, innere Stärke und "Geruch" gibt der Herr Jesus!

V 15-16: unter denen, die verloren gehen: ein Geruch des Todes zum Tode

Wir haben für Nichtchristen und Namenschristen einen unangenehmen tödlichen Geschmack. Sie fühlen sich durch unseren Glauben und unsere Identität unsicher, weil sie das nicht haben. Sie ahnen durch ihr Gewissen, dass es eine Endabrechnung geben wird. Aber das verdrängen sie bewusst oder unbewusst. Wir sind eine lebendige Erinnerung, dass es Gerechtigkeit und Gericht, Weg und Ziel gibt. Darum können sie uns nicht riechen. Wir sind ein Geruch des Todes für sie.

 

Jedes unserer Worte vom Herrn und Erlöser – stellt ihre Verantwortungslosigkeit und Schuld dar (wem gegenüber haben sie denn noch Verantwortung?).

Jede Tat, im Auftrag unseres Herrn tun – stellt ihre Ego-Taten bloß.

Jedes Nicht-Mitmachen bei Schamlosem oder zerstörerischem Blödsinn legt offen, wovon sie getrieben sind.

So sind wir ein Geruch des Todes für Menschen, die von Sinn und Ziel des Lebens – und damit von Gott nichts wissen wollen.

 

Niemand kann vermeiden, irgendetwas darzustellen & nach irgendetwas zu riechen

 

Es gibt tatsächlich Gerüche, mit denen man sich identifiziert und mit denen man identifiziert wird.

  • Man ist und riecht Acool@ – nach Cool Water von Davidoff

  • Oder man ist "hot" – nach Fahrenheit von Dior

  • Oder man ist eine "Nummer" – nach Nr. 5 von Chanel

  • Oder einfach ein "Egoist" – nach Egoiste von Calvin Klein.

  • Vielleicht riecht man auch nach "Boss", von dem himmlischen Boss.

 

Was sehen & riechen die Menschen am Arbeitsplatz, in der Schule?

Sehen sie den Geschäftsmann & riechen die Profitgier & Suche nach Anerkennung?

Oder sehen sie den Geschäftsmann & riechen dabei den Mann, der barmherzig ist und dessen Boss nicht der Profit ist, sondern der Herr, der sein Leben prägt?

 

Sehen sie den Skaterboy & riechen den Egoiste, der in zu großen Hosen vom Konsum Richtung Sucht skatet?

Oder sehen sie die Teens, die auf ihren himmlischen Boss sehen – auch wenn sie ihn nicht sehen – und die nicht nach Peers- Konsum- und Marlborozwang riechen?

 

Sehen sie Menschen, die sich nach den üblichen Trends, die gerade "in" sind outen & darstellen müssen?

Oder sehen sie Menschen, denen ihr Glaube innere Stärke, Coolness und Linie gibt?

 

Wir werden im Triumphzug des Herrn einfach mitgeführt. Er hat uns hineingerufen. Da hat es seinen Lauf und seine Regeln. Wir sind, wie alles auf der Welt, von irgendwas getrieben.

 

Als Billy Graham, der bekannte amerikanische Evangelist, eine seiner großen Konferenzen in Amsterdam abhielt, war auch der Pfarrer der Methodisten in Bregenz dazu eingeladen. Er erzählte danach, dass ein Mann in Amsterdam mit Sandwichschildern herumgelaufen sei. Wenn man ihn von vorne sah, stand auf dem Schild: "Ich bin ein Narr, um Christi Willen". Die Leute grinsten, als sie es lasen und sieh sahen ihm nach, wenn er an ihnen vorbei war. Dann hörten sie auf zu grinsen, denn auf dem hinteren Schild stand: "Und wessen Narr bist du?"

 

Wir werden identifiziert mit dem, was uns treibt. Das ist ein Teil unserer Identität.

 

Beim Triumphzug des Herrn sichtbar und riechbar zu sein – ist unsere große Bedeutung.

Beim Ego-Triumphzug geht es auch um Bedeutung – nur muss man ihr immer nachjagen.

 

1. Sind wir im Triumphzug Gottes die Gefangenen – dann freuen wir uns, dass wir überwunden wurden und vom einzig wohltuenden Sieger zum Ziel geführt werden – und dabei noch durch unser Beispiel andere mitnehmen.

2. Sind wir, wie Calvin sagt, die Legionäre des Siegers, militia dei, dann freuen wir uns, dass wir gemeinsam Siege errungen haben & ehren ihn weiter durch unsere Mitarbeit!

 

Wer ist dazu tüchtig – beim gegenwärtigen Triumphzug und auch beim zukünftigen dabei zu sein – when the saints go marchin' in?

Die sind es, die Gott hineingerufen hat und deren Charakter und Leben er prägt.


Liebe Geschwister –

Evangelium: Der Herr Jesus hat triumphiert und führt uns mit in seinem Triumph.

1. Seien wir uns bewusst, dass wir immer in eine Richtung getrieben sind.

2. Seien wir uns bewusst, dass wir immer nach was riechen.

3. Seien wir uns bewusst, dass wir immer was bewirken & Wegweiser sind.

4. Seien wir uns bewusst, dass wir auf der Siegerstraße laufen, auch wenn wir uns nicht danach fühlen.

 

Amen

 

6. Juli 2003